Die US-Börsenaufsichtsbehörde SEC hat kürzlich gegen gehebelte Krypto-ETFs vorgegangen und mehrere Anträge für 3-fach- und 5-fach-gehebelte Produkte offiziell gestoppt. Die Emittenten wurden aufgefordert, entweder ihre Strategien grundlegend zu überarbeiten oder die Anträge direkt zurückzuziehen, was breite Aufmerksamkeit am Markt ausgelöst hat. Diese Maßnahme betrifft nicht nur Krypto-Assets, sondern auch gehebelte ETFs auf Aktien mit hohen Betafaktoren.
Laut Eric Balchunas, ETF-Analyst bei Bloomberg, wies die SEC darauf hin, dass diese Produkte versuchen, strenge VaR-(Value at Risk)-Obergrenzen durch regulatorische Schlupflöcher zu umgehen. Gemäß Regel 18f-4 darf das Risikoexposure eines Fonds 200 % des Benchmarkwerts nicht überschreiten, was bedeutet, dass der Hebel in der Regel auf das 2-fache begrenzt ist. Die SEC betont, dass Produkte mit mehr als 2-fachem Hebel zu häufigen Liquidationen und starken Marktvolatilitäten führen können und daher nicht den aktuellen Risikomanagement-Anforderungen entsprechen.
Zu den betroffenen Unternehmen zählt Direxion, das mehrere gehebelte ETF-Anträge mit Bezug auf Krypto-Assets, Technologiewerte und hochvolatile Aktien eingereicht hatte. Die Aufsichtsbehörde erklärte, dass diese Mitteilung auch für Einzelaktien-Leverage-Strategien und bestimmte Branchen-ETFs gilt.
Die jüngste Aktion der SEC fällt in eine Zeit, in der die Zahl der Anträge für gehebelte ETFs stark ansteigt. Seit Oktober hat VolShares unter anderem 5-fach-gehebelte Krypto-ETFs auf SOL, ETH und XRP beantragt, GraniteShares reichte ebenfalls einen Antrag für ein 3-fach-XRP-Produkt ein. Während der Pandemie-Lockdowns schoss die Anzahl der Registrierungen für hochgehebelte Produkte noch weiter in die Höhe.
Die hohen Risiken dieser Produkte haben sich bereits in der Branche gezeigt. Brian Armour, Analyst bei Morningstar, weist darauf hin, dass mehr als die Hälfte der in den letzten drei Jahren eingeführten gehebelten ETFs bereits wieder geschlossen werden mussten – ein Zeichen dafür, dass der Markt nur begrenzt volatilitätsreiche Produkte verkraften kann. Er ist der Ansicht, dass die SEC zwar in den letzten Jahren neuen Strategien offener gegenüberstand, 5-fach-gehebelte Einzelaktien-ETFs jedoch den vernünftigen Risikorahmen überschreiten und wahrscheinlich zu weiteren regulatorischen Verschärfungen führen werden.
Mit der Ankündigung von SEC-Vorsitzendem Paul Atkins, künftig neue innovative Ausnahmeregelungen einzuführen, beobachtet der Markt weiterhin gespannt die regulatorische Entwicklung im Bereich Krypto-Finanzprodukte. Die aktuelle Aussetzung sendet jedoch ein klares Signal: Hochgehebelte Krypto-ETFs werden einer strikteren regulatorischen Prüfung unterzogen, und die Chancen auf eine kurzfristige Zulassung sinken deutlich.
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