Quelle: Coinspaidmedia
Originaltitel: Die Ausgabe des Digitalen Euro muss dem öffentlichen Interesse dienen
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Wirtschaftswissenschaftler und Experten für EU-Öffentlichkeitspolitik forderten das Europäische Parlament auf, sich bei der Ausgabe einer zentralbankgestützten digitalen Währung (CBDC) auf die Interessen der Bürger und Unternehmen zu konzentrieren, anstatt auf die engen Interessen des Finanzsektors.
In einem offenen Brief, initiiert vom Think Tank Sustainable Finance Lab, forderten 70 führende europäische Ökonomen und Akademiker aus verschiedenen Ländern die Mitglieder des Europäischen Parlaments auf, dem Druck von Lobbygruppen des Finanzsektors zu widerstehen und sicherzustellen, dass der digitale Euro zu einem zuverlässigen und zugänglichen Zahlungsmittel wird, das im öffentlichen Interesse aller EU-Bürger steht.
Das Dokument hebt das Risiko hervor, dass das europäische CBDC-Projekt seine öffentliche Natur verlieren könnte, da die Verhandlungen über den legislativen Rahmen für den digitalen Euro eine kritische Phase erreichen und politische Entscheidungsträger Kompromisse suchen. Es wird auch darauf hingewiesen, dass in 13 Eurozonen-Ländern alltägliche bargeldlose Zahlungen effektiv von internationalen Kartensystemen abhängen, hauptsächlich amerikanischen, was die Abhängigkeit europäischer Bürger und Unternehmen von externen kommerziellen Akteuren erhöht und entsprechende geopolitische Risiken schafft.
Die Unterzeichner des Briefes argumentieren, dass der digitale Euro eine direkte Verbindung zwischen den Bürgern und der Europäischen Zentralbank bieten sollte, und „öffentliches Geld“ in digitaler Form neben Bargeld darstellen sollte. Ihrer Ansicht nach sollten die wichtigsten Merkmale des digitalen Euro umfassen:
die Möglichkeit, sowohl für Online- als auch Offline-Transaktionen verwendet zu werden;
Datenschutzschutz basierend auf dem Prinzip des Privacy by Design;
Zugang für alle EU-Bürger, einschließlich jener ohne Konten bei Geschäftsbanken.
Die Experten fordern außerdem ausreichend hohe Haltegrenzen für den digitalen Euro, damit dieser zu einem bedeutungsvollen Wertspeicher werden und die finanzielle Inklusion fördern kann, anstatt nur ein Nischenprodukt zu bleiben. Sie sind der Ansicht, dass dies Haushalten und juristischen Personen eine zuverlässige öffentliche Alternative zu privaten Zahlungssystemen bieten würde, die die finanzielle Stabilität unterstützt und Innovationen im europäischen Finanzsektor fördert.
Das Dokument stellt außerdem fest, dass der digitale Euro Europas strategische Autonomie stärken sollte, indem er die Abhängigkeit von ausländischen Zahlungssystemen verringert und europäischen Bürgern und Unternehmen ein sicheres, zugängliches und hochtransparentes Werkzeug für den Alltag bietet. Diese Position stimmt direkt mit der Haltung der Europäischen Zentralbank überein, die die Einführung einer CBDC als strategischen Schritt ansieht, um die Kontrolle über die Geldpolitik, die Resilienz des Finanzsystems und die monetäre Souveränität zu bewahren.
Das europäische CBDC-Projekt befindet sich seit 2020 in der Entwicklung. Im Jahr 2022 wurden die ersten Pilotversuche durchgeführt, um den digitalen Euro in die bestehende Finanzinfrastruktur zu integrieren. Im Jahr 2023 wechselten die Regulierungsbehörden zu einer Phase intensiver Tests des digitalen Vermögenswerts sowie der Entwicklung technischer Standards und eines regulatorischen Rahmens. In den Jahren 2024–2025 wurde eine Entwurfsverordnung vorbereitet und Technologieanbieter ausgewählt, um den zukünftigen digitalen Euro umzusetzen. Für 2026 wird die Verabschiedung der Gesetzgebung zur Regulierung des digitalen Euro erwartet, und Pilotversuche sollen 2027 beginnen. Laut den Plänen der EZB könnte der digitale Euro bereits ab 2029 im Euroraum einsatzbereit sein.
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DeFiDoctor
· 01-15 23:22
Der Behandlungsverlauf zeigt, dass die EU diesmal eine etwas medizinischere Haltung gegenüber CBDC eingenommen hat – zuerst fragen "Für wen", dann sagen "Wie". Diese Diagnose-Reihenfolge ist richtig. Aber klinisch betrachtet ist die EU's Durchsetzungsfähigkeit seit jeher ein Symptom für Kapitalabfluss, daher wird empfohlen, den Fortschritt regelmäßig zu überprüfen.
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GasFeeWhisperer
· 01-13 16:47
Hat der digitale Euro eine gemeinnützige Natur? Äh... Ich denke, das muss man sich anhören, schließlich wird man am Ende doch wieder abgezockt.
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RealYieldWizard
· 01-13 16:45
Digitale Euro? Im Wesentlichen hängt es davon ab, wie die EU es einsetzt. Solange es im Interesse der Öffentlichkeit ist, ist das in Ordnung. Ich befürchte nur, dass es zu einem weiteren Überwachungsinstrument werden könnte.
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BTCBeliefStation
· 01-13 16:44
Digitale Euro... wieder diese "zum Wohle der Öffentlichkeit" Rhetorik, nur anhören, ist schon genug
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GateUser-a180694b
· 01-13 16:22
Kann digitale Euro wirklich den normalen Menschen zugutekommen? Oder ist es nur eine weitere Machtsteigerung der Zentralbank...
Die Ausgabe des Digitalen Euro muss dem öffentlichen Interesse dienen
Quelle: Coinspaidmedia Originaltitel: Die Ausgabe des Digitalen Euro muss dem öffentlichen Interesse dienen Original-Link: Wirtschaftswissenschaftler und Experten für EU-Öffentlichkeitspolitik forderten das Europäische Parlament auf, sich bei der Ausgabe einer zentralbankgestützten digitalen Währung (CBDC) auf die Interessen der Bürger und Unternehmen zu konzentrieren, anstatt auf die engen Interessen des Finanzsektors.
In einem offenen Brief, initiiert vom Think Tank Sustainable Finance Lab, forderten 70 führende europäische Ökonomen und Akademiker aus verschiedenen Ländern die Mitglieder des Europäischen Parlaments auf, dem Druck von Lobbygruppen des Finanzsektors zu widerstehen und sicherzustellen, dass der digitale Euro zu einem zuverlässigen und zugänglichen Zahlungsmittel wird, das im öffentlichen Interesse aller EU-Bürger steht.
Das Dokument hebt das Risiko hervor, dass das europäische CBDC-Projekt seine öffentliche Natur verlieren könnte, da die Verhandlungen über den legislativen Rahmen für den digitalen Euro eine kritische Phase erreichen und politische Entscheidungsträger Kompromisse suchen. Es wird auch darauf hingewiesen, dass in 13 Eurozonen-Ländern alltägliche bargeldlose Zahlungen effektiv von internationalen Kartensystemen abhängen, hauptsächlich amerikanischen, was die Abhängigkeit europäischer Bürger und Unternehmen von externen kommerziellen Akteuren erhöht und entsprechende geopolitische Risiken schafft.
Die Unterzeichner des Briefes argumentieren, dass der digitale Euro eine direkte Verbindung zwischen den Bürgern und der Europäischen Zentralbank bieten sollte, und „öffentliches Geld“ in digitaler Form neben Bargeld darstellen sollte. Ihrer Ansicht nach sollten die wichtigsten Merkmale des digitalen Euro umfassen:
Die Experten fordern außerdem ausreichend hohe Haltegrenzen für den digitalen Euro, damit dieser zu einem bedeutungsvollen Wertspeicher werden und die finanzielle Inklusion fördern kann, anstatt nur ein Nischenprodukt zu bleiben. Sie sind der Ansicht, dass dies Haushalten und juristischen Personen eine zuverlässige öffentliche Alternative zu privaten Zahlungssystemen bieten würde, die die finanzielle Stabilität unterstützt und Innovationen im europäischen Finanzsektor fördert.
Das Dokument stellt außerdem fest, dass der digitale Euro Europas strategische Autonomie stärken sollte, indem er die Abhängigkeit von ausländischen Zahlungssystemen verringert und europäischen Bürgern und Unternehmen ein sicheres, zugängliches und hochtransparentes Werkzeug für den Alltag bietet. Diese Position stimmt direkt mit der Haltung der Europäischen Zentralbank überein, die die Einführung einer CBDC als strategischen Schritt ansieht, um die Kontrolle über die Geldpolitik, die Resilienz des Finanzsystems und die monetäre Souveränität zu bewahren.
Das europäische CBDC-Projekt befindet sich seit 2020 in der Entwicklung. Im Jahr 2022 wurden die ersten Pilotversuche durchgeführt, um den digitalen Euro in die bestehende Finanzinfrastruktur zu integrieren. Im Jahr 2023 wechselten die Regulierungsbehörden zu einer Phase intensiver Tests des digitalen Vermögenswerts sowie der Entwicklung technischer Standards und eines regulatorischen Rahmens. In den Jahren 2024–2025 wurde eine Entwurfsverordnung vorbereitet und Technologieanbieter ausgewählt, um den zukünftigen digitalen Euro umzusetzen. Für 2026 wird die Verabschiedung der Gesetzgebung zur Regulierung des digitalen Euro erwartet, und Pilotversuche sollen 2027 beginnen. Laut den Plänen der EZB könnte der digitale Euro bereits ab 2029 im Euroraum einsatzbereit sein.