Januar 8. Kürzliche Marktgerüchte besagen, dass die venezolanische Regierung möglicherweise heimlich Bitcoin im Wert von bis zu 60 Milliarden US-Dollar hält. Mauricio Di Bartolomeo, Mitbegründer von Ledn, der in Venezuela lebt und seit langem im Bitcoin-Mining tätig ist, erklärte jedoch, dass diese Behauptungen eher auf Spekulationen und Zweitinformationen basieren und es an glaubwürdigen On-Chain-Beweisen mangele. Die drei Hauptquellen der Gerüchte sind: 1) 2018 ein groß angelegter Goldverkauf Venezuelas, bei dem in Bitcoin umgetauscht wurde; 2) ein Teil der Öleinnahmen wird in Bitcoin oder Kryptowährungen abgerechnet; 3) die Regierung beschlagnahmt oder stiehlt Mining-Geräte zum Mining. Mauricio gab zu, dass Venezuela tatsächlich in einigen Öltransaktionen Kryptowährungen erhalten hat und dass es Fälle gibt, in denen die Regierung Mining-Geräte beschlagnahmt hat. Er betonte jedoch: Es gibt keinerlei glaubwürdige Beweise dafür, dass der Goldverkauf im Wert von etwa 2,7 Milliarden US-Dollar im Jahr 2018 in Bitcoin umgewandelt wurde. Die Schlüsselperson bei diesem Geschäft, der derzeitige Minister für Industrie und nationale Produktion, Alex Saab, wurde zwischen 2020 und 2023 von den USA festgehalten und Ende 2023 im Austauschabkommen freigelassen. Wenn er tatsächlich, wie Gerüchte behaupten, Bitcoin im Wert von 10–20 Milliarden US-Dollar kontrolliert, würde dies deutlich von den damals vom venezolanischen Zentralbank offengelegten offiziellen Reserven von etwa 9,9 Milliarden US-Dollar abweichen, und es wurde nie eine zuverlässige Zuordnung einer On-Chain-Adresse zu Saab oder der venezolanischen Regierung festgestellt. Zudem ist es äußerst unwahrscheinlich, dass Gelder aus Kryptowährungen, selbst wenn die venezolanische Regierung sie erhalten hat, in das Staatsvermögen gelangen, da das extrem korrupte System dies kaum zulassen würde. Mauricio verwies auf den im Jahr 2023 aufgedeckten Korruptionsskandal bei SUNACRIP (der nationalen Kryptowährungsaufsichtsbehörde) und wies darauf hin, dass zwischen 2020 und 2023 Beamte durch illegale Öltransaktionen etwa 17,6 Milliarden US-Dollar veruntreut haben. Es ist sehr wahrscheinlich, dass die Gewinne aus Kryptowährungen ebenfalls von Einzelpersonen unterschlagen wurden. Was die Behauptung betrifft, dass „groß angelegtes Mining mit beschlagnahmten Geräten“ betrieben wird, so ist Mauricio ebenfalls skeptisch. Er betonte, dass Venezuela seit langem mit ernsthaften Stromknappheiten, veralteter Infrastruktur und massiver Abwanderung von Fachkräften zu kämpfen hat. Das Land kann selbst Kernvermögen wie die Ölgesellschaft PDVSA kaum effizient betreiben und verfügt nicht über die Bedingungen, um groß angelegte Bitcoin-Mining-Farmen stabil zu betreiben. „Venezuela hat tatsächlich Bitcoin, aber sie befinden sich nicht in den Händen des Regimes.“
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Meinung: Die Behauptung, dass Venezuela 60 Milliarden US-Dollar in Bitcoin hält, ist unbegründet.