Visa Group Global Business President Oliver Jenkyn und der Asien-Pazifik-Regionalpräsident Stephen Karpin besuchten in letzter Zeit mit einer Delegation der Führungsebene Seoul und führten geschlossene Sitzungen mit den CEOs mehrerer wichtiger koreanischer Finanzinstitute wie der Mirae Asset Financial Group durch. Laut einem exklusiven Bericht der „Seoul Economic Daily“ bewerteten die Führungskräfte von Visa den koreanischen Markt in den Gesprächen äußerst positiv und nannten Korea als den weltweit besten Markt für die Erprobung von Stablecoins außerhalb der USA.
Visas Kernbewertung: 17 Millionen Krypto-Investoren + Dual-Sieger bei KI-Anwendungen
In den Gesprächen legten die Führungskräfte von Visa konkrete Daten vor: Korea hat derzeit etwa 17 Millionen Krypto-Coin-Investoren und steht bei der weltweiten Beitragsquote der zahlenden ChatGPT-Nutzer mit 5,4% an zweiter Stelle hinter den USA (35,4%). Korea ist außerdem der zweitgrößte Beitragermarkt für Googles Gemini mit einem Anteil von 11,4%.
Visas Logik lautet: Im Zeitalter von Agentic AI (autonom handelnde KI) werden der vollständige Prozess – von der Suche über den Vergleich bis zum Checkout – in einer einzigen Interaktion abgeschlossen sein. Dann werden Stablecoins und Blockchain zur Kerninfrastruktur dieses geschlossenen Kreislaufs. Korea verfügt zugleich über umfangreiche Erfahrungen in der Krypto-Wertpapierbeteiligung und eine hohe KI-Übernahmequote, was es zu einem idealen Testfeld macht, um dieses zukünftige Szenario zu verifizieren.
Global wird bereits experimentiert, das koreanische Recht bleibt jedoch stehen
Das Kuriose ist: Während Visa die Potenziale des koreanischen Markts aktiv hervorhebt, gerät die Diskussion über die inländische Gesetzeslage für digitale Vermögenswerte in Korea praktisch zum Stillstand. Berichten zufolge versuchen ausländische Märkte bereits, mit Korea in Verbindung stehende ETF-Token zu handeln, und verkürzen mithilfe von Stablecoins die Börsen- bzw. Aktienlieferfristen – doch Korea selbst hat noch nicht einmal die grundlegenden gesetzlichen Rahmenbedingungen geschaffen, die erforderlich wären, um solche Experimente voranzutreiben.
Die wichtigsten strittigen Punkte, die den Fortschritt derzeit ausbremst, umfassen: die Beteiligungsgrenzen für Krypto-Börsen sowie die Frage, wer als rechtmäßiger Emittent für die Ausgabe von Original-Coin (Won-backed stablecoin) anerkannt wird. Diese Themen lassen die Diskussion zum „Digital Asset Basic Law“ feststecken und verhindern eine substanzielle Weiterentwicklung.
Koreanische Finanzinsider sagten in dem Bericht offen: „Die Tokenisierung aller Vermögenswerte und die On-Chain-Finanzierung sind ein nicht zu vermeidender Trend. Der Aufbau der entsprechenden Regelwerke ist dringend.“
Dieser Kontrast zwischen innen und außen ist es wert, von Taiwan beachtet zu werden. Taiwan hat gerade am 2. April den Entwurf des „Virtual Asset Service Act“ verabschiedet und beschleunigt die Aufholjagd; Koreas Fall zeigt wiederum, dass selbst bei ausgezeichneten Marktgrundlagen die Verzögerung in der Gesetzgebung dazu führen kann, dass der Vorsprung der frühen Akteure ungenutzt verloren geht.
Dieser Artikel Visa-Führungskräfte besuchen Korea: Korea ist der weltweit beste Testmarkt für Stablecoins, 17 Millionen Krypto-Investoren + weltweiter Zweiter bei zahlenden ChatGPT-Nutzern erschien zum ersten Mal auf ABMedia.