
Am Montag erlebten die wichtigsten asiatischen Aktienmärkte einen massiven Einbruch, während sich der Krieg zwischen den USA und dem Iran in der vierten Woche befindet und Anzeichen für eine Waffenruhe weiterhin fehlen. Der KOSPI, der südkoreanische Composite-Index, führte den Rückgang an und fiel um 4,71 % auf 5.509 Punkte; der Nikkei 225 in Japan sank zeitweise um 4 %; der australische ASX-Index fiel etwa um 1,5 %. Das Ultimatum der Trump-Regierung an den Iran bezüglich des Hormus-Straßen-Konflikts, das 48 Stunden gilt, läuft am Montagabend (New Yorker Zeit) ab und hat das Vertrauen der globalen Investoren erheblich erschüttert.
Dieser Abverkauf in den asiatischen Märkten wird von zwei sich gegenseitig verstärkenden Faktoren angetrieben: den anhaltenden geopolitischen Risiken durch den eskalierenden Konflikt zwischen den USA und dem Iran sowie den stark steigenden Energiepreisen, die die Inflationserwartungen verschärfen. Der Brent-Ölpreis schwankt derzeit bei etwa 112 US-Dollar pro Barrel und ist seit Ende Februar, als der Konflikt ausbrach, um mehr als 55 % gestiegen.
Japan ist die am stärksten betroffene große Volkswirtschaft Asiens in diesem Konflikt, da etwa 90 % seiner Ölimporte durch den Hormus-Straßen-Kanal erfolgen. Aktien im Bereich Halbleiter führten den Rückgang im Nikkei an, und die Sorge, dass die Energiekrise sich auf die gesamte industrielle Lieferkette ausdehnt, verbreitet sich rasch, wobei die Angst nicht nur auf den Energiesektor beschränkt ist.
Die Trump-Regierung fordert den Iran auf, den Hormus-Straßen-Kanal wieder zu öffnen, andernfalls droht sie mit Angriffen auf die Energieinfrastruktur. Etwa ein Fünftel des weltweiten Öl- und Flüssigerdgas-Exports wird durch diese Wasserstraße transportiert, die strategisch unverzichtbar ist. Teheran reagierte hart und droht, die Wasserstraße dauerhaft zu sperren, sowie US-amerikanische und israelische Energieanlagen in der Region anzugreifen.
Risiko einer globalen Versorgungsknappheit: Da etwa ein Fünftel des weltweiten Öl- und LNG-Exports durch diese Passage läuft, würde eine Blockade sofortige Auswirkungen auf die Energiemärkte haben.
Hohe Abhängigkeit Japans: 90 % der Ölimporte Japans erfolgen durch diese Wasserstraße, was die Kosten in der Industrie und in der Fertigungskette erheblich steigen lässt.
Risiko einer Eskalation des Konflikts: Der Iran droht, regionale Energieanlagen anzugreifen, wobei sich der Konflikt von militärischen Einrichtungen auf zivile Infrastruktur ausweiten könnte.
Extrem eingeschränkter Verhandlungsspielraum: Das Ultimatum läuft heute Nacht ab, und die Verhandlungsoptionen sind nahezu erschöpft. Jede unerwartete Eskalation könnte weitere Turbulenzen an den Märkten auslösen.
Der Energie-Schock wirkt sich auch tiefgreifend auf die globale Geldpolitik aus. Die Rendite der 10-jährigen US-Staatsanleihen erreichte 4,41 %, den höchsten Stand seit acht Monaten. Die Märkte haben die Erwartungen an eine Zinssenkung durch die Federal Reserve vollständig aufgegeben; Händler preisen jetzt sogar eine geringe Wahrscheinlichkeit für eine Zinserhöhung ein – die durch den Anstieg der Energiepreise getriebene Inflation wird als potenziell stärker eingeschätzt als die wirtschaftliche Abschwächung, die die Fed befürchtet.
Auch die Kryptowährungsmärkte bleiben nicht verschont. Seit Beginn des Konflikts ist die Korrelation zwischen Bitcoin, den führenden Altcoins und den Aktienmärkten hoch geblieben. An Tagen, an denen die Flucht in Sicherheit dominiert, werden Kryptowährungen und Aktien gleichzeitig verkauft. Da das Ultimatum für den Hormus-Straßen-Kanal heute Abend abläuft und eine Waffenruhe weiterhin in weiter Ferne liegt, zeigen sich derzeit keine Anzeichen für eine Abschwächung dieser hohen Marktkorrelationen.
Der Hormus-Straßen-Kanal ist eine entscheidende Energiepassage zwischen dem Persischen Golf und dem Arabischen Meer, durch die etwa ein Fünftel des weltweiten Öl- und LNG-Exports läuft. Bei einer Blockade würde die globale Energieversorgung sofort unter Druck geraten, was besonders für asiatische Volkswirtschaften, die stark auf den Nahost-Ölimport angewiesen sind, gravierende Folgen hätte.
Da etwa 90 % der Ölimporte Japans durch den Hormus-Straßen-Kanal erfolgen, würde eine Störung die Inflation direkt anheizen und die Kosten in der Halbleiter-, Automobil- und Fertigungsindustrie erheblich erhöhen. Dies erklärt auch, warum der Nikkei 225 im Monat März bereits um mehr als 13 % gefallen ist und die Verluste in asiatischen Märkten besonders ausgeprägt sind.
Seit Beginn des Konflikts bleibt die Korrelation zwischen Bitcoin, Altcoins und den Aktienmärkten hoch. An Tagen, an denen die Flucht in Sicherheit dominiert, werden Kryptowährungen meist gleichzeitig mit Aktien verkauft, was zeigt, dass der Markt Kryptowährungen derzeit noch eher als risikoreiche Anlagen und nicht als klassische Absicherung gegen Marktrisiken betrachtet.