Das Hauptziel von BIP-360 ist es, das Risiko zu verringern, dass bei Transaktionen die öffentlichen Schlüssel von Pay-to-Taproot (P2TR)-Adressen offengelegt werden. Der Plan sieht vor, den „Schlüssel-zu-Ausgabepfad“ zu entfernen und eine Pay-to-Merkle-Root (P2MR)-Struktur einzuführen, die eine Validierung ohne Offenlegung des öffentlichen Schlüssels ermöglicht. Da Taproot seit seiner Einführung im Jahr 2021 breit eingesetzt wird, wurden die damit verbundenen Risiken zunächst vernachlässigt, doch sie stellen nun eine potenzielle Systemgefahr dar.
Früher warnte der Analyst Willy Woo, dass Taproot-Adressen im Quantenumfeld am anfälligsten für Angriffe seien. Daten zeigen, dass Anfang 2024 P2TR-Adressen zeitweise fast 54 % ausmachten, bis Anfang 2026 jedoch auf etwa 22 % zurückgingen. Dies deutet darauf hin, dass einige Inhaber aktiv auf sicherere Adresstypen umsteigen. Dennoch geben Entwickler zu, dass BIP-360 vor allem das langfristige Risiko der Offenlegung adressiert, während kurzfristige Angriffe im Transaktionspool durch weitere Maßnahmen abgedeckt werden müssen.
Das Quantenrisiko ist nicht nur eine technische Herausforderung, sondern beeinflusst auch die Marktstimmung. Joel Katz, ehemaliger CTO von Ripple, sagte offen, dass Bitcoin letztlich einen Quanten-sicheren Fork benötigen werde, sonst drohe eine strukturelle Krise. Auch Vermögensverwaltungsfirmen weisen darauf hin, dass diese Bedenken die Bereitschaft institutioneller Investoren, Gelder zu investieren, möglicherweise unterdrücken könnten.
Gleichzeitig äußerte Matt Hougan, CEO von Bitwise, dass zwar noch Unsicherheiten am Markt bestehen, aber positive Signale sich häufen. Wenn der Weg zur Post-Quanten-Sicherheit allmählich klarer wird, könnte die Vertrauenswiederherstellung dem Bitcoin-Preis neuen Rückenwind geben. Für Investoren ist BIP-360 mehr als nur ein Code-Upgrade – es ist ein entscheidender Schritt auf dem Weg zu langfristiger Sicherheit und nachhaltiger Entwicklung von Bitcoin.
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