Aave’s DAO–Labs Governance-Kampf hat etwa $500M in AAVE-Wert ausgelöscht, doch Santiment-Daten zeigen, dass Top-Halter aufkaufen und Einlagen, Einnahmen sowie Stimmung sich alle erholen.
Zusammenfassung
Die Kryptowährungs-Analysefirma Santiment hat eine umfassende Analyse des dezentralen Finanzprotokolls Aave und seines AAVE-Tokens veröffentlicht, die eine Governance-Streitigkeit beschreibt, die laut einem Bericht des Unternehmens zu erheblichen Marktvolatilitäten führte.
Die Governance-Krise zwischen der dezentralen autonomen Organisation (DAO) und Aave Labs führte laut Bericht zu etwa $500 Millionen an Marktwertverlusten für AAVE. On-Chain-Daten zeigten jedoch, dass große Investoren während des Rückgangs Token anhäuften, anstatt Positionen zu liquidieren.
Die Streitigkeiten entstanden aus Meinungsverschiedenheiten zwischen der DAO und Aave Labs bezüglich Gewinnbeteiligung, Governance-Strukturen und Markenrechten, so Santiment. Es wurden Vorwürfe erhoben, dass das Entwicklerunternehmen es versäumte, Einnahmen aus bestimmten Integrationen an die DAO-Schatzkammer zu übertragen, was innerhalb der Community Gegenreaktionen auslöste. Social-Media-Posts über AAVE stiegen ab Mitte Dezember deutlich an, so der Bericht.
Trotz des Preisrückgangs Mitte Dezember blieben die Fundamentaldaten des Protokolls robust, berichtete Santiment. Die Einlagen bei Aave stiegen im Jahresvergleich um etwa 60 %, wobei die wöchentlichen Einnahmen bis Ende 2025 Rekordwerte erreichen sollen. Die Diskrepanz zwischen Kursentwicklung und fundamentalen Kennzahlen führte zu Bedenken, dass Spannungen zwischen DAO und Unternehmen den Token-Wert unter Druck setzen könnten, so die Analyse.
Die On-Chain-Aktivität verschob sich deutlich um den 22. Dezember, zeigte Santiment-Daten. Große AAVE-Wallet-Inhaber begannen während des Kursrückgangs mit Käufen. Der Anteil des Gesamtangebots von AAVE, das von den Top 100 Adressen gehalten wird, stieg von etwa 72 % auf 80 %. Saldensteigerungen in Wallets mit einem Wert von über einer Million Dollar in AAVE deuteten darauf hin, dass Angebot von Börsen abgezogen wurde, was auf eine Angebotsverknappung hindeuten könnte, so der Bericht.
Die Governance-Spannung erreichte einen kritischen Punkt mit einer Abstimmung, um die Marke und die geistigen Eigentumsrechte von Aave an die DAO zu übertragen. Die Ablehnung der Abstimmung zeigte bedeutende Spaltungen innerhalb der Community, so Santiment. Berichte, dass Gründer Stani Kulechov vor der Streitigkeit große Mengen AAVE gekauft hatte, verstärkten die Kontroverse. Während keine Beweise darauf hindeuteten, dass diese Käufe die Governance manipulierten, wirkte sich die Konzentration des Token-Besitzes auf Fragen zur dezentralen Entscheidungsfindung aus, so der Bericht.
Die Marktstimmung begann sich zu verändern, als Aave Labs eine mögliche Richtungsänderung signalisierte, berichtete Santiment. Das Unternehmen kündigte an, dass Einnahmen aus Aktivitäten außerhalb des Kernprotokolls mit AAVE-Token-Inhabern geteilt werden könnten, eine Maßnahme, die positive Resonanz in der Community fand. Nach dieser Entwicklung verzeichnete Santiments Sentiment-Analyse einen deutlichen Anstieg positiver Kommentare und eine begrenzte Anzahl negativer Bemerkungen. Am Vortag erreichte AAVE sein höchstes Bullen-Bär-Kommentarverhältnis seit Beginn des Streits, so der Bericht.
Auch Derivatemarkt-Daten unterstützten Anzeichen einer Erholung, erklärte Santiment.
Das Unternehmen bezeichnete die Ereignisse bei Aave als einen Echtzeit-Stresstest für dezentrale Governance. Während die Diskussionen zwischen der DAO und Aave Labs andauern, deutet die Reaktion der langfristigen Investoren darauf hin, dass die Krise als Teil des Reifungsprozesses des Protokolls gesehen wird und nicht als katastrophales Ereignis, so die Analyse.