Harvard-Diskussion mit Bob: Die Fed habe den Mut, den Ölpreis-Schock zu „ignorieren“, und weist eine Wiederholung einer 1970er-Stagflation zurück

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Der Vorsitzende der US-Notenbank (Fed) Jerome Powell nahm am 30. März in einer Diskussionsrunde im Kurs „Grundlagen der Volkswirtschaftslehre“ an der Harvard University teil. Auf die jüngsten durch die Lage im Nahen Osten ausgelösten Kursschwankungen bei den Ölpreisen angesprochen, machte Powell unmissverständlich klar, dass die Fed kurzfristige Schocks auf der Angebotsseite „ignorieren“ kann, dass sich die Geldpolitik derzeit in einer „günstigen Position“ befindet und dass sie nicht eilig ist, den Leitzins von 3,5%~3,75% anzupassen. Gleichzeitig widersprach er den Marktsorgen über „stagnationsähnliche Inflation im Stil der 1970er Jahre“, räumte jedoch ein, dass die derzeitige wirtschaftliche Doppelaufgabe mit großen Herausforderungen verbunden ist.
(Vorgeschichte: Powell sticht heute Abend in Harvard mit einer kleinen Bemerkung in die Wunde! Markt bleibt ruhig und wartet ab, Zinserhöhungen: Nahostkrieg lässt Zinssenkungen in weiter Ferne liegen)
(Ergänzende Hintergrundinfo: Der Fed-„Verstärker“ warnt: Wach bekommt die Leitung bei Fed inmitten einer Vielzahl von Krisenherden, Powell will nicht gehen, der Iran-Krieg führt dazu, dass der FOMC Zinssenkungen ablehnt)

Inhaltsverzeichnis

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  • Angesichts eines Ölpreisanstiegs: Fed hat den Rückhalt, „abzuwarten“
  • Stagnationsinflation zurückweisen, Dual Mandate gerät in „klassisches Dilemma“
  • Private-Credit-Risiken genau im Blick, Zinssenkungserwartungen schrumpfen deutlich

Während die globalen Märkte stark darauf schauen, ob der Nahostkrieg die US-Geldpolitik zu einer Kursänderung zwingen wird, hat Fed-Vorsitzender Jerome Powell die aktuellste offizielle Haltung geliefert. Ortszeit am 30. März lud man Powell zu einer geführten Diskussionsrunde im Kurs „Grundlagen der Volkswirtschaftslehre“ an der Harvard University ein; mit einem vergleichsweise lockeren, aber entschlossenen Tonfall analysierte er das derzeitige makroökonomische Dilemma und die geldpolitische Strategie der Fed.

Angesichts eines Ölpreisanstiegs: Fed hat den Rückhalt, „abzuwarten“

Mit Blick auf den jüngsten starken Anstieg der Rohölpreise, der durch den Konflikt zwischen den USA und dem Iran ausgelöst wurde, sagte Powell, dass die Geldpolitik „lange und variable Verzögerungen“ („Long and variable lags“) aufweise. Das bedeutet: Wenn die Wirkung von Zinserhöhungen oder Zinssenkungen in die Realwirtschaft durchdringt, kann der angebotsseitige Schock bei den Ölpreisen möglicherweise längst abgeklungen sein. Daher tendiert die Fed dazu, solche kurzfristigen Schwankungen „durchzusehen“ („Look through“).

Powell betonte, dass der aktuelle Ölpreisanstieg die Fed noch nicht vor eine „schwierige Entscheidung“ („Hard choice“) stelle. Er ist der Ansicht, dass sich die aktuelle geldpolitische Ausrichtung der Fed in einer „guten Lage“ befinde und dass es ausreichend Spielraum gebe, Geduld zu bewahren und abzuwarten. Allerdings ergänzte er auch, dass die Entscheidungsträger die Inflationserwartungen engmaschig überwachen: Zwar könnten die kurzfristigen Erwartungen durch den Ölpreis gestört werden, doch die langfristigen Inflationserwartungen seien weiterhin „stabil verankert“.

Stagnationsinflation zurückweisen, Dual Mandate gerät in „klassisches Dilemma“

Als er auf die Doppelaufgabe in Bezug auf Inflation und Beschäftigung (Dual Mandate) zu sprechen kam, gab Powell zu, dass die Fed einem lehrbuchartigen „klassischen Dilemma“ gegenüberstehe:

  • Abwärtsrisiko für den Arbeitsmarkt: Das Beschäftigungswachstum verlangsamt sich; das spricht dafür, niedrigere Zinsen zu halten, um die Beschäftigung zu stabilisieren.
  • Aufwärtsrisiko für die Inflation: Die Inflation liegt weiterhin über dem 2%-Ziel, und Faktoren wie Zölle führen zu einem einmaligen Preisanstieg; das erfordert, dass die Zinsen nicht zu stark gesenkt werden.

Der Zielkorridor für den Federal-Funds-Satz bleibt derzeit bei 3,5%~3,75%. Powell enthüllte, dass es zwar innerhalb des Federal Open Market Committee (FOMC) bei der nächsten Maßnahme keine „vollständige Einigkeit“ („Not unanimity“) gebe, aber eine breite Unterstützung dafür existiere, am Status quo festzuhalten. Besonders bemerkenswert ist, dass er die Behauptung, die Wirtschaft gerate in eine „Stagflation im Stil der 1970er Jahre“ („1970 年代式停滯性通膨“ / Stagflation), ausdrücklich zurückwies und hervorhob, dass das Wirtschaftswachstum der USA nach wie vor solide sei und die Arbeitslosenquote relativ stabil bleibe.

Private-Credit-Risiken genau im Blick, Zinssenkungserwartungen schrumpfen deutlich

Zusätzlich zu Inflation und Zinsen erwähnte Powell auch den jüngst im Fokus der Wall Street stehenden Markt für Private Credit. Er sagte, die Fed überwache diesen Bereich „sehr genau“ („Watching super carefully“). Zwar könnten einige Investoren Verluste erleiden, doch derzeit seien keine Anzeichen dafür zu sehen, dass eine systemische Finanzkrise ausgelöst wird. Was die Bilanz betrifft, bekräftigte er, dass großangelegte Ankaufprogramme die Zinsen tatsächlich drücken und die Wirtschaft stützen können; bis heute habe man jedoch keine erwarteten negativen Risiken beobachtet, die durch eine Ausweitung der Bilanzsumme entstehen würden.

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