Gate News Nachrichten, der philippinische Präsident Ferdinand Marcos hat den nationalen Notstand im Energiesektor ausgerufen, um möglichen Unterbrechungen der Kraftstoffversorgung entgegenzuwirken. Die Philippinen sind zu etwa 98 % auf Importe von Öl angewiesen, hauptsächlich aus der Golfregion, und gelten daher im Kontext des Konflikts im Nahen Osten als eine der fragilsten Volkswirtschaften Asiens. Das Präsidialdekret weist darauf hin, dass die anhaltenden Konflikte im Nahen Osten eine unmittelbare Bedrohung für die Verfügbarkeit und Stabilität der nationalen Energieversorgung darstellen.
Diese Krise betrifft nicht nur die Philippinen; auch viele andere Länder, die auf Energieimporte angewiesen sind, haben Maßnahmen ergriffen. Bangladesch schloss Anfang März öffentliche und private Universitäten und erhöhte die Preise für Flugkraftstoff, um den Energieverbrauch zu reduzieren. Pakistan führt eine Vier-Tage-Arbeitswoche ein und schließt Schulen und Universitäten vorübergehend für zwei Wochen. Das vietnamesische Handelsministerium hat Unternehmen angewiesen, möglichst auf Remote-Arbeit umzusteigen. Indiens Premierminister Narendra Modi warnte, dass der Konflikt die Handelsrouten beeinträchtigt und die Versorgung mit Benzin, Diesel, Erdgas und Düngemitteln vor Herausforderungen stellt.
In Europa wurde Slowenien das erste EU-Mitgliedsland, das Kraftstoffrationen einführt. Das Land beschränkt den privaten Kraftstoffkauf auf 50 Liter pro Tag, während Unternehmen und Landwirte täglich 200 Liter kaufen dürfen, um den Energiebedarf zu lindern. Die globale Energieversorgung ist durch die Schließung des Hormuzstrahls erheblich gestört. Seit Ausbruch des Konflikts am 28. Februar sind etwa 20 % des maritimen Öltransports betroffen, was zu dringenden Maßnahmen verschiedener Länder geführt hat.
Analysten sind der Ansicht, dass, wenn der Krieg im Iran andauert, Volkswirtschaften, die auf Öl und Erdgas aus dem Ausland angewiesen sind, in den kommenden Wochen stärker unter Druck geraten könnten. Energieknappheit könnte die Kraftstoffpreise steigen lassen und die industrielle Produktion sowie den Transport beeinträchtigen. Die Ausrufung des Notstands im Energiesektor auf den Philippinen unterstreicht zudem die Fragilität globaler Lieferketten und die tiefgreifenden Auswirkungen der Nahost-Situation auf den internationalen Energiemarkt.