Der gesuchte Flüchtige im Zusammenhang mit dem bedeutenden taiwanesischen Geldwäschefall „88 Club“, bekannt als „Milliarden-Pokergott“ Lin Bingwen (54 Jahre alt), wurde in der Nacht zum 23. März auf einer abgelegenen Straße im Hafen von Sihanoukville (Sihanouk) in Kambodscha erschossen. Die Medienagentur Feng Media zitiert die Central News Agency, die heute (24.) den Tod offiziell bestätigt hat. Es wurde erklärt, dass die ausländischen Kontaktbeamten und die Vertretung in Ho-Chi-Minh-Stadt die Familie bei der Abwicklung der Angelegenheiten unterstützen werden. Die Details des Falls werden weiterhin von der kambodschanischen Polizei untersucht.
Vorsätzlicher Mord, drei bis vier Schützen feuerten am Tatort auf und flohen
Laut der chinesischsprachigen kambodschanischen Medien „Kambodscha-China Times“ erkennt die Polizei von Sihanoukville den Vorfall als vorsätzlichen, geplanten Mord an. Zum Zeitpunkt des Vorfalls trafen drei bis vier Schützen am Tatort ein, eröffneten das Feuer auf Lin Bingwen und flohen sofort. Der gesamte Vorfall weist eine hohe Organisation auf. Während seines Aufenthalts in Kambodscha soll Lin Bingwen in lokale Hotels und Casinos involviert gewesen sein und mit chinesischen Partnern zusammengearbeitet haben.
Fall „88 Club“: 680 Millionen US-Dollar an illegalen Devisentransaktionen, mehr als 20 Polizisten involviert
Lin Bingwen ist die zentrale Figur im taiwanesischen Geldwäschefall „88 Club“, bei dem es um illegale Geldflüsse in Höhe von mehreren Milliarden Taiwan-Dollar (etwa 680 Millionen US-Dollar) geht. Die von Lin Bingwen betriebene Drittanbieter-Zahlungsplattform PGTalk wurde von den Staatsanwälten als Werkzeug zur Geldwäsche für den Hauptverdächtigen Guo Zheming erkannt. Guo Zheming wurde im Mai letzten Jahres zu fast 12 Jahren Haft verurteilt.
Der Fall ist enorm groß und involviert nicht nur zahlreiche politische und geschäftliche Prominente, sondern hat auch mehr als 20 hochrangige taiwanesische Polizeibeamte in Mitleidenschaft gezogen – diese Beamten wurden zuvor im luxuriösen Privatclub von Guo Zheming in Taipei empfangen. Nach zweimaligem Erscheinen vor Gericht im Jahr 2023 begann Lin Bingwen, sich mit verschiedenen Ausreden zu verzögern. Erst im Dezember 2024 gestand sein Anwalt, dass sein Mandant ins Ausland geflohen sei.
Fluchtzeitraum: Öffentlich auf Facebook drohend
Während seiner Flucht ins Ausland agierte Lin Bingwen nicht unauffällig. Stattdessen veröffentlichte er weiterhin Beiträge auf Facebook, in denen er behauptete, sich nicht vor der Justiz zu verstecken, und öffentlich Drohungen gegen taiwanesische Abgeordnete aussprach, die ihn zuvor kritisiert hatten. Anfangs vermuteten Ermittler, dass er sich in Los Angeles, USA, versteckte, doch schließlich tauchte er in Sihanoukville auf, wo er Hotels und Casinos als Tarnung nutzte.
Frühe Verwicklung in professionellen Baseball-Betrug, jahrzehntelange Verstrickung in die dunkle und helle Seite
Lin Bingwen hat eine kriminelle Vorgeschichte, die bis in frühere Jahre zurückreicht. Er war an einem groß angelegten Betrug im taiwanesischen Profibaseball beteiligt, bei dem durch Geld und kriminelle Kräfte Spiele manipuliert wurden. Nach seiner Haftentlassung blieb er aktiv im politischen und geschäftlichen Milieu sowie in der Unterwelt und erlangte allmählich den Ruf als „Milliarden-Pokergott“. Sein Tod durch Schüsse im Ausland markiert das Ende jahrzehntelanger Verstrickungen, doch wie die taiwanesische Justiz den Fall abschließen wird, bleibt ungewiss.
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