Vietnam plant, ausländische Krypto-Plattformen zu beschränken, fördert lokale regulierte Börsen und eine Transaktionssteuer von 0,1 %, um den Markt im Wert von 200 Milliarden US-Dollar in das Regulierungs- und Steuersystem einzubeziehen.
Laut Reuters plant die vietnamesische Regierung, ihre Krypto-Regulierung zu ändern, indem sie die Nutzung ausländischer Handelsplattformen einschränkt und Pilotprojekte für regulierte inländische Börsen vorantreibt, um den Markt schrittweise in das nationale Finanzregulierungs- und Steuersystem zu integrieren.
Laut Chainalysis-Daten belegt Vietnam den vierten Platz im globalen Krypto-Adoptionsindex, mit einem geschätzten Handelsvolumen von 200 Milliarden US-Dollar im letzten Jahr. Die meisten vietnamesischen Investoren handeln weiterhin über ausländische Plattformen wie Binance, OKX und Bybit. Um das Risiko der Kapitalflucht zu kontrollieren, arbeitet das vietnamesische Finanzministerium an neuen Vorschriften, die den Zugriff auf ausländische Plattformen für inländische Nutzer verbieten sollen, um die Handelsaktivitäten in regulierte inländische Umgebungen zu lenken.
Bildquelle: „Chain News“ Globaler Krypto-Adoptionsindex 2025
Laut Reuters haben fünf große Unternehmen die Vorprüfung bestanden und bereiten sich auf die Teilnahme am Pilotprogramm für inländische Krypto-Börsen vor. Zu den Unternehmen gehören Techcombank, VPBank, LPBank, VIX Securities und Sun Group. Das Programm schreibt vor, dass Betreiber über ein Kapital von etwa 379 Millionen US-Dollar verfügen müssen, Transaktionen nur in vietnamesischer Dong erfolgen dürfen und Stablecoins, die an Fiat-Währungen gekoppelt sind, verboten sind.
Neben der Förderung regulierter Plattformen arbeitet die vietnamesische Regierung auch an einem Steuerrahmen. Der im Februar vorgelegte Entwurf definiert digitale Vermögenswerte erstmals als Eigentum und besteuert sie ähnlich wie Wertpapiertransaktionen. Zukünftig werden private Anleger bei lizenzierten Transaktionen eine Transaktionssteuer von 0,1 % zahlen, ohne Mehrwertsteuer (VAT). Für institutionelle Investoren gilt eine Körperschaftsteuer von 20 % auf den nach Abzug der Kosten verbleibenden Gewinn.
Wenn diese Politik umgesetzt wird, könnten internationale Börsen erhebliche Marktanteile verlieren, während inländische regulierte Anbieter Vorteile gewinnen. Allerdings haben viele Investoren grenzüberschreitende Handelsgewohnheiten. Ob sie künftig die Politik akzeptieren und auf inländische Börsen umsteigen oder weiterhin über VPNs auf ausländische Plattformen zugreifen, wird entscheidend für den Erfolg der Regulierung sein.