Gate News Nachrichten, 20. März: Im US-Senat gibt es eine Wendung im Gesetzgebungsverfahren rund um die Renditen von Stablecoins, doch der neu erzielte Konsens weicht möglicherweise von der bisherigen Haltung des Weißen Hauses ab. Senatorin Cynthia Lummis erklärte nach einer geschlossenen Sitzung, alle Beteiligten hätten „wichtige Erkenntnisse gewonnen“, die einen zuvor unerwarteten Weg für den „Digital Asset Market Transparency Act“ (CLARITY Act) eröffnen.
Das Gesetz wurde seit seiner Verschiebung auf Januar 2026 durch Streitigkeiten über das Modell der Stablecoin-Renditen blockiert. Vertreter der Bankenbranche argumentieren, dass die Belohnungsmechanismen von Stablecoins Ähnlichkeiten mit Zinsen auf Einlagen aufweisen und somit die Fähigkeit traditioneller Banken, Einlagen zu sammeln und Kredite zu vergeben, schwächen könnten. Die Krypto-Industrie betont hingegen, dass der „GENIUS Act“ nur die Zahlungen der Emittenten einschränke und Plattformen nicht daran hindere, Anreize anzubieten.
Die Signale aus der Sitzung deuten darauf hin, dass sich die Verhandlungsrichtung verändert. Lummis betonte, dass es nicht mehr nur um Details im Gesetzestext gehe, sondern darum, neue Interessengruppen zu identifizieren und einen praktikablen Kompromissrahmen zu entwickeln. Gleichzeitig zeigte sich Patrick Witt, Verantwortlicher für Krypto-Angelegenheiten im Weißen Haus, nach der Sitzung vorsichtig und äußerte sich nicht öffentlich, was darauf hindeutet, dass der Plan möglicherweise nicht vollständig den Erwartungen der Regierung entspricht.
Laut Berichten umfasst der aktuelle Kompromissansatz die Beschränkung der Verwendung traditioneller Finanzbegriffe wie „Zinsen“ und „Einlageerträge“ durch Plattformen, während vermieden wird, Belohnungsmechanismen direkt an die Nutzerbestände zu koppeln. Ziel ist es, regulatorischen Druck zu mindern und gleichzeitig das Wachstum des Stablecoin-Ökosystems zu erhalten.
Auch aus der Branche kommen Signale der Kooperation. Brian Armstrong hat bereits erklärt, dass er bereit sei, bei der Beschreibung der Renditen und der Produktstruktur Anpassungen vorzunehmen, um die Gesetzgebung voranzutreiben. Die Stablecoin-bezogenen Geschäfte sind ein wichtiger Bestandteil der Plattform-Einnahmen, und die politische Entwicklung wird direkte Auswirkungen auf das Geschäftsmodell haben.
Der Zeitrahmen wird enger. Mit Blick auf die bevorstehenden Zwischenwahlen und die Ablenkung durch geopolitische Konflikte werden legislative Ressourcen im Senat knapper, was den Gesetzgebungsprozess beschleunigt. Marktdaten prognostizieren eine Wahrscheinlichkeit von etwa 61 %, dass das Gesetz bis 2026 verabschiedet wird.
Das konkrete Gesetzestext liegt noch nicht vor, doch die politische Auseinandersetzung befindet sich in einer entscheidenden Phase. Sollte der „unerwartete Weg“ letztlich umgesetzt werden, könnte dies eine substantielle Wende im US-Regulierungsrahmen für Stablecoins bedeuten und möglicherweise die Konkurrenzsituation zwischen der Krypto-Industrie und dem traditionellen Finanzsystem neu gestalten.