Seltene Pokémon-Karten sind zu einem begehrten Sammel- und Handelsobjekt für Millennials geworden. Der 36-jährige Kenneth Ho arbeitet als Flugzeugpilot und sammelt leidenschaftlich Pokémon-Karten. Sein aktueller Bestand wird auf dem Markt auf einen Wert zwischen 1,5 und 2 Millionen US-Dollar geschätzt, was ihm unabsichtlich einen erheblichen Vermögenswert eingebracht hat.
Seltene Karten mit hohem Marktwert und Verkaufspreisen bis zu 30.000 US-Dollar
Laut Kenneth Ho hängt die Wertentwicklung von Pokémon-Karten eng mit dem Produktionszyklus der Produkte zusammen. Das Pokémon-Unternehmen bringt in der Regel alle zwei bis drei Monate neue Karten heraus, während der Produktionszyklus bestimmter Serien etwa zwei bis drei Jahre beträgt. Nach Produktionsende steigen die Werte ungeschlagener Original-Boosters (Booster Boxen) oft deutlich an. Zudem legt der Markt für Pokémon-Sammlerstücke großen Wert auf Seltenheit und Qualität. Karten, die von professionellen Gutachtern mit der Höchstnote 10 bewertet wurden, sind besonders gefragt. Kürzlich erzielten die von Mr. Ho gehaltenen „Cape Pikachu Charizard X“ und „Mario Pikachu“ Promo-Karten Verkaufserlöse von 27.000 USD bzw. 34.200 USD. Wenn diese Karten zudem vom Illustrator signiert sind, kann ihr Marktwert sogar verdoppelt werden. Die Seltenheit ist also der treibende Wertfaktor, erklärt Kenneth Ho.
Ho begann in den 1990er Jahren mit dem Sammeln von Karten. Obwohl er während seiner Schulzeit eine Pause einlegte, entdeckte er während der COVID-19-Pandemie durch das Homeoffice wieder seine Sammelleidenschaft. Seitdem nimmt er regelmäßig an Veröffentlichungen neuer Karten teil, die Pokémon alle zwei bis drei Monate herausbringt. Er glaubt, dass Pokémon-Karten in Japan erneut populär werden.
Obwohl der Markt für Sammelkarten profitabel erscheint, warnt Kenneth Ho davor, Interesse in eine Investition umzuwandeln, da dies mit Risiken verbunden ist. Sammlerstücke sind alternative Vermögenswerte mit geringer Liquidität. Bei plötzlichem Bedarf an Bargeld könnten diese Karten schwer zu einem optimalen Preis verkauft werden. Zudem beeinflussen Trends die Marktpreise, die auch fallen können. Ho verfolgt eine langfristige Strategie und sieht seine Investition als Fünf- bis Zehnjahresprojekt. Er betont, dass die Asset-Allokation auf der Bereitschaft basieren sollte, das Kapital langfristig gebunden zu halten, und kurzfristige Preisschwankungen nicht als stabile finanzielle Sicherheit betrachtet werden sollten.
Millennials bevorzugen das Sammeln von Karten
Daten zeigen, dass bis 2023 in den USA 68 % der Sammler Millennials sind. Laut einem Bericht von ZipDo im Jahr 2026 haben 35 % der Generation Z im vergangenen Jahr Karten gekauft.
Thomas Ravert, Geschäftsführer von Pathway Capital Corp, betont, dass beim Investieren in Sammlerstücke vor allem der persönliche Spaß im Vordergrund stehen sollte, nicht der Gewinn. Er empfiehlt, nur dann einen kleinen Teil des Kapitals zu investieren, wenn die persönliche finanzielle Basis stabil ist, die Altersvorsorge gesichert ist und man potenzielle Verluste verkraften kann. Das Sammeln sollte auf dem „Genuss des Prozesses“ basieren, wobei der letztendliche Gewinn als zusätzlicher Bonus gesehen wird. So lässt sich vermeiden, persönliche Vorlieben mit strengen Investitionsstrategien zu vermischen und das finanzielle Risiko zu minimieren.
Diese Artikel erschien zuerst bei Chain News ABMedia: Hongkonger Pilot sammelt seltene Pokémon-Karten im Wert von bis zu 2 Millionen US-Dollar.