
Grayscale-Research-Chef Zach Pandl hat kürzlich erklärt, dass die aktuelle Marktbewertung von XRP die tatsächliche Nützlichkeit und Akzeptanz nicht widerspiegelt. Regulatorische Unsicherheiten sind der Kernfaktor, der die Bewertung unterdrückt. Er sagte, sobald das CLARITY-Gesetz klare Regeln für die Klassifizierung von Krypto-Assets festlegt, könnte der XRP-Preis deutlich neu bewertet werden.
Pandl argumentiert, dass die Marktbewertung von XRP erheblich von seinen Fundamentaldaten abweicht, was hauptsächlich auf externe regulatorische Faktoren zurückzuführen ist und nicht auf eine mangelnde Fähigkeit des Tokens selbst.
Abweichung zwischen Fundamentaldaten und Preis: Ripple gewinnt weiterhin große Finanzinstitute als Nutzer seines Netzwerks für grenzüberschreitende Zahlungen, um Transaktionskosten zu senken und die Abwicklung zu beschleunigen. Die steigende Akzeptanz bei Unternehmen sollte den Token-Wert theoretisch erhöhen, doch regulatorische Unsicherheiten halten institutionelle Investoren vorsichtig, was den Kapitalfluss einschränkt.
Kooperationsprozess zwischen SEC und CFTC: Diese beiden Aufsichtsbehörden arbeiten aktiv an der Vereinheitlichung der Krypto-Regulierung, um klare Compliance-Richtlinien für Unternehmen zu schaffen. Solange der regulatorische Rahmen nicht klar ist, bleiben Investitionsentscheidungen großer Kapitalgeber bezüglich XRP eingeschränkt.
Pandl betont: „Verzögerungen bei regulatorischen Genehmigungen schwächen nicht den fundamentalen Wert von XRP, sondern verzögern nur die Marktanerkennung und -bewertung dieses Wertes.“
Das CLARITY-Gesetz zielt darauf ab, durch klare Klassifizierung von Krypto-Assets einen einheitlichen Regulierungsrahmen für die Branche zu schaffen. Allerdings stößt das Gesetz auf Widerstand, hauptsächlich wegen unterschiedlicher Meinungen der Gesetzgeber zu den Ertragsregeln für Stablecoins und der Schwierigkeit, Interessen zu koordinieren. Daher ist ein Inkrafttreten im Jahr 2026 noch unsicher.
Vor dem Hintergrund steigender Erwartungen an eine klare Regulierung sind folgende Phänomene besonders relevant:
Steigende Nachfrage nach GXRP-Trusts: Grayscale bietet den XRP-Trust (GXRP) an, der Privatanlegern und Institutionen ermöglicht, XRP-Expositionen über regulierte Kanäle zu erwerben. Das Interesse an Investitionen steigt, was auf eine frühzeitige Positionierung vor klaren regulatorischen Rahmenbedingungen hindeutet.
Frühzeitige institutionelle Positionierung: Einige Investoren bauen vor der offiziellen Einführung der Regeln Positionen in XRP auf, etwa durch Trusts, um bei einer Kurskorrektur bereits Marktanteile zu besitzen.
Schnelle Reaktion auf regulatorische Entwicklungen: Nach der Veröffentlichung der SEC-Erklärung vom 18. März zur Klassifizierung von Gütern reagierten die Märkte rasch, was die Analyse von Pandl bestätigt.
Pandl meint damit, dass der Marktpreis von XRP von einem durch regulatorische Unsicherheiten gedrückten Niveau auf ein Niveau angepasst wird, das seiner tatsächlichen Nützlichkeit und Akzeptanz entspricht. Er ist der Ansicht, dass mit klaren rechtlichen Rahmenbedingungen Investoren – insbesondere institutionelle – mehr Vertrauen in XRP gewinnen werden. Diese systematische Nachfragesteigerung wird den Preis auf den „fairen Wert“ zubewegen.
Wenn das Gesetz weiterhin verzögert wird, könnte der Bewertungsdruck auf XRP bestehen bleiben – nicht wegen eines Problems mit dem Token selbst, sondern wegen der unklaren rechtlichen Stellung, die große Kapitalgeber weiterhin zögern lässt. Allerdings zeigt die administrative Erklärung der SEC vom 18. März, dass auch vor einer Gesetzesverabschiedung regulatorische Stellungnahmen gewisse Klarheit schaffen können, was die Bewertungsunterdrückung teilweise mildern kann.
GXRP ist ein von Grayscale verwalteter XRP-Trust, der es Investoren ermöglicht, an der Preisentwicklung von XRP teilzuhaben, ohne die Token direkt zu besitzen oder zu verwalten. Im Vergleich zum direkten Besitz bietet GXRP Vorteile wie die Handhabung in regulierten Wertpapierformen, keine Notwendigkeit, digitale Wallets zu verwalten, und die Möglichkeit, es in traditionellen Brokerage-Konten zu halten. Nachteile sind die Verwaltungsgebühren und die Möglichkeit, dass der Trust-Preis von XRP-Spot-Preisen abweicht (Premium oder Discount).