
Die On-Chain-Analyseplattform CryptoQuant veröffentlichte am Dienstag einen Bericht, in dem auf bullische Signale im Bitcoin-Futures-Markt hingewiesen wird — die Funding-Rate ist von extrem negativen Werten in positive Bereiche umgeschlagen, nach der Zwangsliquidation von Short-Positionen wurden neue Long-Positionen aufgebaut, und das Kauf-Verkaufs-Verhältnis liegt über 1.0. Der Bericht warnt jedoch, dass bei weiterem Anstieg von Bitcoin ein erster Widerstand bei etwa 75.000 USD erwartet wird, mit einem stärkeren Widerstand bei 85.000 USD, falls dieser durchbrochen wird.
CryptoQuant’s Bericht zeigt drei sich gegenseitig bestätigende bullische Indikatoren im Futures-Markt:
Short-Liquidationen und Long-Aufbau: Moreno erklärt, dass mit dem Durchbruch von Bitcoin über 70.000 USD die Short-Positionen zwangsliquidiert wurden; nach Überschreiten von 73.000 USD wurden neue Long-Positionen aufgebaut, was zeigt, dass „die Long-Trader derzeit den Markt dominieren“.
Umschlag der Funding-Rate in den positiven Bereich: Die Funding-Rate für unbefristete Bitcoin-Kontrakte blieb bis zum 13. März extrem negativ, was auf eine allgemein bearish Stimmung hindeutete. Seit dem 15. März ist die Rate jedoch überwiegend positiv, was bedeutet, dass Trader bereit sind, zusätzliche Gebühren zu zahlen, um Long-Positionen zu eröffnen und zu halten. Auch die Funding-Rate für Ethereum ist seit dem 9. März überwiegend positiv, mit einer kurzen negativen Phase am 16. März.
Kauf-Verkaufs-Verhältnis über 1: Im unbefristeten Futures-Markt bleiben das Kauf- und Verkaufsverhältnis für Bitcoin und Ethereum über 1, was bedeutet, dass die Kaufvolumina die Verkaufsvolumina übersteigen. Moreno weist darauf hin, dass dieses Verhältnis seit Mitte März deutlich gestiegen ist, was auf eine Short-term-Preissteigerung durch Trader setzt.

(Quelle: CryptoQuant)
Moreno erklärt im Bericht, dass die Marke von etwa 75.000 USD die „untere Grenze des tatsächlichen On-Chain-Preises“ darstellt — ein wichtiger technischer Indikator, der die durchschnittlichen Kosten der Bitcoin-Holdings misst. Historisch gesehen fungiert diese Preisspanne in Bärenmärkten oft als On-Chain-Widerstand, bei dem Verkaufsdruck häufig konzentriert ist.
Der Bericht weist darauf hin, dass bei etwa 85.000 USD ein stärkerer Widerstand besteht. Dieses Niveau hat im Januar 2026 und im Oktober 2025 signifikanten Widerstand gezeigt — während des Anstiegs von 80.000 USD auf 98.000 USD gab es bei 85.000 USD erheblichen Verkaufsdruck.
Warnsignal durch Börsen-Flow: Moreno dokumentiert zudem ein potenziell bärisches Signal — die Geschwindigkeit des Bitcoin-Transfers auf zentrale Börsen nimmt deutlich zu. Am 16. März erreichte das stündliche Börsen-Flow-Volumen 6.100 BTC, den höchsten Stand seit dem 20. Februar. Besonders auffällig ist, dass große Einzahlungen (große Transfers) 63 % des Gesamt-Flow ausmachen, was seit mindestens dem 15. Oktober 2025 der höchste Anteil ist. Moreno weist darauf hin, dass der Anstieg großer Transfers oft auf eine bevorstehende größere Verkaufswelle hindeutet.
In unbefristeten Futures spiegelt die Funding-Rate das Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage für Long- und Short-Positionen wider. Ist die Rate positiv, müssen Long-Holder regelmäßig Gebühren an Short-Holder zahlen, was meist auf eine bullische Marktstimmung hindeutet. Bei negativen Werten zahlen Short-Positionen an Long-Positionen, was auf eine bärische Stimmung schließen lässt. Die Umkehr von extrem negativen zu positiven Werten zeigt eine systemische Veränderung der Marktstimmung von bearish zu bullish.
Wenn große Mengen Bitcoin von privaten Wallets oder langfristigen HODLern auf zentrale Börsen transferiert werden, gilt das meist als Vorbote eines Verkaufs, da nur auf Börsen sofort verkauft werden kann. CryptoQuant-Daten zeigen, dass der Influx in den letzten Monaten hoch war, mit 63 % großen Transfers, was auf institutionelle oder große Holders hindeutet, die Verkaufsabsichten haben könnten. Dies steht im Widerspruch zu den bullischen Signalen im Futures-Markt.
Wenn die Fed am Mittwoch eine dovische Haltung ankündigt (z.B. Zinssenkungen oder keine weiteren Erhöhungen), unterstützt dies in der Regel risikoreiche Anlagen und kann Bitcoin bei Widerständen mehr Kaufinteresse bringen. Im Gegensatz dazu könnten hawkishe Signale (z.B. Inflationsanstieg oder Hinweise auf längere Hochzinsphase) den Verkaufsdruck bei Widerständen erhöhen und einen Durchbruch erschweren. Dies ist ein wichtiger Kontext, den der CryptoQuant-Bericht vor der Fed-Entscheidung hervorhebt.