「Nach dem Boot schnitzen, um das Schwert zu suchen" – Währungspreis-Vorhersagen werden zum Trend: Die praktische Logik und Mängel mystischer Prophezeiungen

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Autor: Frank, PANews

Wann immer der Markt in einer unentschlossenen Phase steckt, versuchen manche, mit einer art “Schiffsschnitzerei” ähnlichen historischen Rückblickmethode die nächste Entwicklung vorherzusagen. In solchen Fällen erkennen die Menschen oft, dass die Geschichte sich wiederholt, und neigen dazu, die zukünftigen Kursbewegungen automatisch mit vergangenen Mustern zu überlagern und zu verifizieren. Diese Überlappungen scheinen eine magische Wirkung zu haben und werden häufig bestätigt. Ein Blogger behauptet sogar, dass die Genauigkeit solcher Vorhersagen bei 75% bis 80% liegt. Diese immer wieder auf Social Media viral gehende “Schiffsschnitzerei”-artige Preisprognose, hilft sie dem Markt bei der Erkennung von Phasen oder verpackt sie nur Rauschen als Prophezeiung? Von “Ticken-Fraktal” bis “Geschichte reimt sich” Der Höhepunkt der Vorhersage für den Marktspitzen im Oktober 2025 stammt von einem Analysten namens CryptoBullet. Er entwickelte eine Methode namens “tick-tock” (Ticken-Fraktal), die im Mai 2025 begann, und prognostizierte, dass der BTC-Preis im Oktober seinen Höchststand erreichen würde. Letztlich sagte dieses Modell das Ende des Bullenmarktes erfolgreich voraus. Allerdings prognostizierte CryptoBullet einen Preis von 150.000 USD, während das tatsächliche Hoch nur bei 126.000 USD lag.

Aus der Logik seines Vorhersagemodells war ein solches Ergebnis vorhersehbar. Sein Hauptargument ist: In mehreren vergangenen Zyklen nähern sich bestimmte Zeiträume nach Halvings oft einem Top. Wenn der Markt bereits in einem ähnlichen Zeitraum ist, kann man anhand gleicher Zeitintervalle und Preisentwicklungen auf einen Höchststand im Oktober schließen, möglicherweise bei 150.000 USD. Dabei ist der wichtigste Parameter der Zeitzyklus, weshalb die Zeitvorhersage relativ genau ist, der Preis jedoch nicht exakt getroffen wurde. Ein weiteres Beispiel ist KillaXBT, dessen Kernidee lautet: Die Geschichte wiederholt sich nicht exakt, sondern “reimt sich” oft. Er kombiniert Zeitzyklen, historische Schlüsselperioden und strukturelle Symmetrien, um den aktuellen Markt anzupassen. Zum Beispiel zieht er keine festen Proportionen für alle Zeitzyklen heran, sondern vergleicht den aktuellen Preis- und Trendbereich mit bestimmten Phasen in der Vergangenheit, um vage Vorhersagen über mögliche zukünftige Bewegungen zu treffen. Diese Art der Prognose bezieht sich nicht auf konkrete Preise oder bestimmte Zeitpunkte, sondern auf die Einschätzung, ob der Markt steigen oder fallen wird. KillaXBT behauptet, die Genauigkeit seiner Vorhersagen liege bei 75% bis 80%. PANews hat einige seiner letzten Prognosen überprüft, etwa im Dezember 2025. Er analysierte, dass die Kursentwicklung damals der von 2021 sehr ähnlich war, und prognostizierte, dass der Markt wahrscheinlich bei 80.000 USD ein Tief erreichen und dann über 90.000 USD steigen würde. Tatsächlich fiel der Preis nicht unter 80.000 USD, überschritt aber schließlich 90.000 USD und erreichte fast 98.000 USD. Obwohl die exakte Vorhersage des Preises nicht gelang, ähnelte die Kursentwicklung in der Tendenz der Simulation für 2021.

Im Januar 2026 sagte KillaXBT auf Basis einer anderen Methode, dass anhand der Statistik der letzten sieben Monate, nach dem 14. Tag eines Monats, innerhalb der nächsten zwei Wochen durchschnittlich um 8% gefallen wird. Daher prognostizierte er, dass nach dem 14. Januar der Markt wieder in einen Abwärtstrend eintreten könnte, mindestens um 8%. Tatsächlich zeigte sich diese Prognose als ziemlich genau: Nach einem kurzen Hoch am 15. Januar begann der Markt stark zu fallen, mit einem maximalen Rückgang von über 38%. Im Februar 2026 sagte er, dass die Entwicklung ähnlich wie 2022 verlaufen könnte: Nach einem kurzen Anstieg könnte der Markt erneut unter 60.000 USD fallen und eine Bodenregion bilden. Diese Prognose ist bisher noch nicht bestätigt, aber die jüngste Erholung auf etwa 74.000 USD bestätigt teilweise seine Vorhersage. Auf den ersten Blick scheint die Prognose von KillaXBT ziemlich genau zu sein, was ihm viel Aufmerksamkeit und Anhänger eingebracht hat. Metaphysik oder Wissenschaft? Die drei Hauptlogiken hinter den hohen Erfolgsraten der “Schiffsschnitzerei” Doch die nächste Frage ist praktischer: Warum sind solche “Schiffsschnitzerei”-Prognosen überhaupt so erfolgreich? Handelt es sich um Aberglauben oder gibt es wissenschaftliche Grundlagen? Erstens: Die Geschichte reimt sich tatsächlich, doch das Reimen ist eine Folge von Liquidität und Marktstimmung, die dazu führt, dass sich Marktstrukturen immer wieder ähneln. Zum Beispiel teilt die “Wyckoff-Methode” den Markt in vier Phasen: Akkumulation, Aufschwung, Distribution und Abwärtstrend. Das wiederholte Muster entsteht durch wiederkehrende Marktstimmungen – von Panik bis Euphorie und wieder zurück. Zweitens: Diese Vorhersageerfolge sind kein exklusives Privileg der “Schiffsschnitzerei”. Viele gängige technische Indikatoren wie MACD, RSI oder Trendlinien zeigen in der Vergangenheit oft Warnsignale bei Hoch- und Tiefpunkten. Das Problem ist: Erstens sind diese Indikatoren den meisten Tradern bekannt, was ihre mystische Wirkung schmälert. Zweitens: Im Vergleich zur “Schiffsschnitzerei” sind diese Indikatoren weniger direkt in der Darstellung von konkreten Kursstrukturen (z.B. ein kurzer Anstieg, gefolgt von einem Abfall). Dennoch bevorzugen Menschen oft diese einfache, intuitive Darstellung. Drittens: Das Glücks- oder Zufallselement bei vielen Prognosen. Das Buch “Der Zufall” beschreibt ein Beispiel: Wenn unendlich viele Affen an Schreibmaschinen tippen, wird einer irgendwann das “Ilias”-Epos exakt treffen. Das bedeutet nicht, dass Analysten nur zufällig raten, sondern zeigt, dass auf Social Media täglich viele Prognosen gemacht werden, von denen die falschen meist unbeachtet bleiben oder gelöscht werden. Die als hochwertig anerkannten Prognosen sind oft nur Glückssache. Influencer streben nach Traffic, Trader nach echten Gewinnen. “Schiffsschnitzerei”-Prognosen sind im Krypto-Bereich nicht neu. Schon vor Jahren tauchten ähnliche Theorien auf, z.B. TechDev, der den Bitcoin-Monatschart mit dem Zyklus von 2013 und den Goldpreisen der 70er Jahre überlagerte und eine Spitze bei 200.000 bis 390.000 USD prognostizierte; PlanB nutzte das Stock-to-Flow-Modell und das Floor-Model, um den Halving-Rhythmus auf 100.000 USD hochzurechnen; andere Analysten übernahmen lokale Zonen aus 2017 und 2021. In diesem Zyklus sind diese Prognosen fast alle gescheitert, und die Diskussionen darüber sind kaum noch präsent. Wenn alte Propheten vom Markt verdrängt werden, treten neue “Zeichner” mit neuen metaphysischen Theorien auf. Vorausschau ist keine Handelsstrategie, sondern nur eine Phase-Erkennung – mit gravierenden praktischen Nachteilen Ein noch wichtigerer Punkt: Haben solche “Schiffsschnitzerei”-Prognosen tatsächlich praktische Relevanz für den Handel? Wir schauen uns dazu die vorherigen Beispiele an. CryptoBullet sagte im Oktober 2025 den Höchststand bei 150.000 USD voraus. In der Praxis sind bei Handelsentscheidungen meist Faktoren wie Kursrichtung, Timing, Stop-Loss, Positionsmanagement entscheidend. Seine Prognose gibt nur einen vagen Zeitpunkt vor, der Preis war falsch. Als Handelsstrategie ist eine solche Einschätzung kaum umsetzbar. Es ist kaum möglich, im Oktober allein wegen der Aussage “Höchststand im Oktober” eine präzise Short-Position zu eröffnen, da weder klar ist, wann genau Einstieg noch Ausstieg erfolgen soll, noch klare Bedingungen für das Scheitern. Wer zu früh shortet, riskiert, bei einem letzten Aufschwung Verluste zu machen; wer erst bei tatsächlichen Schwächezeichen handelt, sieht nur, dass die Prognose “zeitlich ungefähr richtig” war, aber kein systematisches Handelssignal. Ähnlich bei KillaXBT im Dezember: Seine Vorhersage hilft eher bei der Einschätzung der Richtung, nicht bei konkreten Trades. Er sagt, dass der Markt wahrscheinlich zuerst ein Tief macht, dann nach oben ausbricht, aber nennt keine genauen Marken wie 8,2k, 8k oder 7,8k USD, noch wann genau eine Trendwende eintritt. Für mittelfristige Investoren ist das hilfreich, um Positionen zu halten, aber für Trader, die präzise Ein- und Ausstiegspunkte brauchen, fehlt die entscheidende konkrete Information. Seine Januar-Prognose war vermutlich die genaueste, doch das Problem ist: Der Preis begann erst nach dem 15. Januar zu fallen. Bei einer solchen Methode ist es riskant, frühzeitig zu handeln, da man durch den Aufwärtstrend vorher ausgestoppt werden könnte. Zudem enthält das Prognosemodell keine konkreten Preisniveaus, sodass man keine Stop-Loss- oder Take-Profit-Levels daraus ableiten kann. Insgesamt sind diese “Schiffsschnitzerei”-Prognosen eher Werkzeuge zur Phasen-Erkennung als konkrete, wiederholbare Handelsstrategien. Sie können gelegentlich helfen, Risiken und Stimmungswechsel zu erkennen, bieten aber keine verlässlichen, direkt umsetzbaren Signale. Sobald sie als sichere Prophezeiungen verkauft werden, treten die Probleme deutlich zutage. Geschichte reimt sich, aber sie kopiert nicht exakt. Für den normalen Investor ist es wichtiger, die hinter diesen “künstlerischen” Charts stehenden Emotionen, Liquiditätsbewegungen und Strukturen zu verstehen, als sich auf eine vermeintlich “göttliche” Grafik zu verlassen. Man sollte vorsichtig sein, solche vagen Phasen- und Trendvorhersagen als konkrete Handelsanweisungen zu interpretieren.

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